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Von der "Stella" zum Konservatorium - ein Haus und seine Geschichten.
 
Es war im Jahre 1856 als nach vielen Jahren der mühsamen Aufbauarbeit das Jesuitenkonvikt "Stella Matutina" durch seinen ersten Rektor Pater Clemens Faller eröffnet wurde. "Die Stella", wie sie im Volksmund auch heute noch vereinzelt genannt wird, entwickelte sich hervorragend und hatte schon bald Platzprobleme. Es dauerte jedoch bis ins Jahr 1900 ehe das heutige, auf der linken Illseite gelegene und nach Plänen des Innsbrucker Architekten Peter Huter gebaute Studiengebäude im Stil der Neurenaissance bezogen werden konnte.
In den darauf folgenden Jahren und Jahrzehnten blühte und gedieh die "Stella Matutina" zu einem weit über die Grenzen des damaligen Österreichs bekannten Gymnasium.  Der erste Weltkrieg hemmte allerdings das Aufwärtsstreben der Stellaner und erst im Jahre 1929 konnten weitere Zubauten verwirklicht werden. Der Umbruch in Deutschland stoppte den erneuten Aufschwung und mit dem Auszug des deutschen Gymnasiums musste ein nicht wiedergutzumachender Aderlass hingenommen werden. 1938 erfolgte gar die Schliessung der Stella durch die Nationalsozialisten.
 
Sherlock Holmes, Leo Naphta und die Musik.
Nach dem zweiten Weltkrieg konnte die wiedererstandene "Stella Matutina" ihre Erfolgsgeschichte fortsetzen und den Bekanntheitsgrad in aller Welt erhöhen. Eindrucksvoll belegt durch ehemalige Schüler wie den Sherlock-Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle oder durch die hohen literarischen Ehren, die der Konvikt im Meisterwerk "Zauberberg" des Nobelpreisträgers Thomas Mann erfährt. Denn keinen geringeren Ort als die "Stella Matutina" schreibt Mann seiner gleichermaßen tragenden wie tragischen Romanfigur Leo Naphta als Erziehungsstätte zu.
 
Im Jahre 1977 wurde die "Stella Matutina" durch die Jesuiten geschlossen. Zeitgleich entwickelte sich das gesamte Musikschulwesen in Vorarlberg prächtig und der Ruf nach einer eigenen professionellen Wirkungsstätte wurde immer lauter. Diesem Ruf folgend beschloss die Landesregierung unter der Führung des damaligen Landeshauptmannes Dr. Herbert Kessler und Statthalter Dr. Rudolf Mandl die Errichtung des Vorarlberger Landeskonservatoriums in den Gebäulichkeiten der ehemaligen "Stella Matutina". In den kommenden Jahren gelang es dem Landeskonservatorium eine Vielzahl von hervorragenden Musikern auszubilden, die nun in aller Welt als Solisten, in Orchestern, an Musikuniversitäten oder ähnlichen Einrichtungen tätig sind.
 
Im August 2003 wurde das Landeskonservatorium in eine eigenständige Gesellschaft mit beschränkter Haftung ausgelagert um dem Haus die notwendige Flexibilität und Innovationskraft zu verleihen, die es für eine erfolgreiche Zukunft in Europa braucht. In der Verbindung von traditionellen Eigenschaften des Hauses wie Verantwortungsbewußtsein, Solidarität, Qualität und Atmosphäre mit dem modernen Anspruch an Kreativität, Innovationsbereitschaft und -fähigkeit sowie selbst gesteuerter Dynamik sieht das Landeskonservatorium seine Stärken für die Zukunft.
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